Landesklasse Nord  

Union Klosterfelde - 1.FV Stahl Finow 1:1 (1:0)

 

Verzweifelt an der Mauer-Taktik

                                                                                                                                                         Klosterfelde (MOZ) Trotz wütender Angriffe bis zum Schluss sind die Landesklassen-Fußballer von Union Klosterfelde im Heimspiel gegen Stahl Finow nicht über ein Remis hinausgekommen. Damit ist die Tabellenführung futsch, der SV Zehdenick ist jetzt Erster - vorerst jedenfalls.

Erst ein Schrei ("Geil!"), dann noch auf dem Spielfeld einen Glühwein. So hat Enrico Jürgens, Torwart und Kapitän des SV Stahl Finow, sein Fußballerjahr 2013 beendet. Man kann das nach einer Partie, die für ihn und seine Mannschaft 1:1 endete, als übertriebene Freude abtun. Doch damit liegt man falsch. Denn: "Gegen den Spitzenreiter einen Punkt auf dessen Platz zu holen - das ist für uns super", ließ der Torwart wissen.

So glücklich die Gäste nach dem Remis waren, so niedergeschmettert schlichen die Klosterfelder vom Platz. Sie waren 90 Minuten unermüdlich angerannt. Vergebens. Die Bilanz: Nur ein magerer Treffer für die Torfabrik der Liga (53 in 14 Spielen), mal wieder ein Elfmeter verschossen und dazu noch ein Torwartpatzer beim Gegentor. "Das war eine gefühlte Niederlage", sagte Trainer Christian Gehrke, dessen Team (33 Punkte) die Tabellenführung an SV Zehdenick (34) abgeben musste. Der Aufstiegs-Rivale gewann 4:1 gegen Joachimsthal. (siehe Text links).

Unverdient war der Punktgewinn für die Finower auf fremden Platz keineswegs. In der Abwehr leisteten sich die Gäste, die ihr Glück gegen Klosterfelde wie andere Gegner mit einer Konter-Taktik suchten, kaum Fehler und machten die Räume eng. Die spielstarken Klosterfelder, die aufs Tempo drückten, kamen so nur selten gefährlich vors Tor. Sowohl die Schüsse von Alexander Rathmann (3.) als auch von Michael Gerling (20.) wurden von Finower-Abwehrspielern abgeblockt.

Klosterfelde brauchte einen ruhenden Ball, um in Führung zu gehen. Nach Foul am pfeilschnellen Stürmer Tobias Marz war es Morten Jechow, der den fälligen Freistoß von der linken Strafraumgrenze direkt in den Fünfmeter-Raum spitzelte. Dort stand Kapitän Gerling goldrichtig und traf zum 1:0. Und die Gastgeber gaben weiter Gas.

Nur eine Minute danach wieder ein Foul, diesmal an Steve Jäger, und diesmal im Strafraum. Da blieb Schiedsrichter Martin Weingarten kaum eine Wahl: Er zeigte auf den Elfmeterpunkt. Doch Richard Steiner gelang das Unmögliche - sein Schuss (33.) sauste am linken Torpfosten vorbei. Damit vergab er die mögliche frühe Vorentscheidung.

"Den Elfmeter musst du machen", sagte Klosterfeldes Trainer Gehrke. "Dann steht es 2:0 und es ist ein ganz anderes Spiel."

 

Doch so kam alles anders. Kaum war die Halbzeit zwei Minuten alt - Freistoß für Finow an der Mittellinie. Im Grunde ungefährlich. Doch Alexander Teske machte ihn gefährlich. Der Finower Mittelfeldmann brachte den Ball mit dem rechten Fuß über 50 Meter direkt in den Strafraum. Dabei verschätzte sich der sonst tadellose Klosterfelder Torwart Dennis Tietz beim Herauslaufen, griff ins Leere - Kopfball Marcel Spitzer, Tor. "Das war sicher ein glücklicher Treffer, aber drin ist drin", freute sich Finows Trainer Sven Gutschmidt.

Mit Wut im Bauch griffen die Klosterfelder in der Folge an. Doch Gerling per Kopf und Marz mit einem Linksschuss vergaben gute Gelegenheiten. Und dann hatten die Gastgeber auch noch Pech. Ein 20-Meter-Freistoß von Jechow (61.) aus zentraler Position donnerte an den linken Pfosten. Wobei Pech hier relativ ist: Immerhin kam auch Finow bis zum Schluss durch Dennis Witthun (68.) und Spitzer (84.) noch zweimal gefährlich vors Tor der Unioner, ließen die Chancen aber ungenutzt.

Während die Finower sich nun ab dieser Woche guten Mutes auf die bevorstehende Hallensaison vorbereiten, haben die Klosterfelder noch einmal die Chance, ihre getrübte Stimmung aufzuhellen: im Nachholspiel am kommenden Sonnabend beim Tabellendritten FC Einheit Grünow (Anstoß: 12.30 Uhr). Ein Punkt reicht ihnen dann, um in der Tabelle wieder den Spitzenplatz zu übernehmen. Aber ein Punkt ist Trainer Christian Gehrke zu wenig. Er sagt: "Dort wollen wir drei Punkte holen, ganz klar."

 

Union Klosterfelde: Tietz - Herrmann (79. Kahler), Rathmann, Jäger, Moskalewicz, Heinrich (66. Schugk), Steiner, Marz, Gerling, Kraatz, Jechow

 

1. FV Stahl Finow: Jürgens - Schwalm, Teske, Delzer, Blum, Holzmann (54. Maass), Silinsky (86. Flecks), Spitzer, Witthun, Heiduk, Egbert

 

 

 Erhard Preuß   

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