Pokal des Landrates Barnim   

1.FV Stahl Finow - SG Union Klosterfelde 

Joker Schugk entscheidet Pokal-Krimi

 

Finow (MOZ) Drama pur: Dank des Treffers in der 109. Minute von Sören Schugk hat Titelverteidiger Union Klosterfelde erneut das Endspiel im "Pokal des Landrats" erreicht. Knapp mit 2:1 nach Verlängerung gewannen die Gäste das HalbfinalDuell bei Stahl Finow. Und das in Unterzahl - und mit Elfmeter-Glück.

 

Gut möglich, dass sich Christian Gehrke, der Trainer von Union Klosterfelde, im Nachhinein gegrämt hat. Darüber, nicht dabei gewesen zu sein. Immerhin war es ein wahres Pokal-Drama, was seine Schützlinge da am Ostersamstag in Abwesenheit des Coaches, der zeitgleich beim zweiten Team auf dem Platz stand, in ihrem Pokal-Halbfinale bei Stahl Finow erlebt hatten. Und dazu eines, das für sie durch den goldenen Treffer von Joker Sören Schugk (Interview links) in der 109. Minute zum 2:1 mit einem Happy-End endete. Ein Happy-End mit Glück, muss man wohl sagen.

"Jawoll", hatte Klosterfeldes Torwart Dennis Tietz nicht grundlos über den gesamten Platz gebrüllt, als Schiedsrichter Frank Biernoth aus Oderberg nach 120 packenden Minuten ein letztes Mal seine Pfeife in den Mund nahm. Geschafft! - so hat sich der Schlusspfiff für die Unioner angefühlt. Und der Jubelschrei von Tietz sagt viel aus darüber, was für ein hartes Stück Arbeit der Sieg für den Landesklasse-Spitzenreiter beim Tabellenachten der Liga war. "Das war nicht leicht", gestand dann auch Unions Co-Trainer Jan Hübner erleichtert.

Die Erleichterung hatte auch viel damit zu tun, dass der Unioner kurz vor Schluss, genauer: in der 118. Minute, eine Schrecksekunde glimpflich überstanden. Da nämlich brachte ausgerechnet Matchwinner Sören Schugk im eigenen Strafraum den einschussbereiten Dennis Witthum zu Fall, doch: Der mögliche Elfmeter-Pfiff blieb aus. "Er trifft mich klar an der linken Wade", sagte der enttäuschte Witthum nach Spielschluss. Selbst Klosterfeldes Co-Trainer Hübner gab zu: "Das war ein kritischer Moment, da hätten wir uns über einen Pfiff nicht beschweren dürfen."

Apropos kritische Momente, davon gab es in diesem Spiel massenhaft. Zu dem nicht gegebenen Elfmeter gesellten sich insgesamt vier Aluminiumtreffer (zwei auf jeder Seite), eine schwere Knieverletzung des Unioners Alexander Rathmann nach heftigem Foul an der Mittellinie und zwei Platzverweise der Klosterfelder Richard Steiner und Cornel Bircea, die nun beide fürs Finale am 6. Juni in Marienwerder gegen Grün-Weiß Ahrensfelde (Anstoß: 18 Uhr) gesperrt sind. Aber der Reihe nach.

Die Partie begann vor 115 Zuschauern im Stadion am Wasserturm zunächst, wie es zu erwarten war: Klosterfelde stürmte an, Finow mauerte. Das Chancenverhältnis nach zwölf Minuten: Klosterfelde vier, Finow keine. Die Gastgeber wollten, das war offensichtlich, um jeden Preis ein Gegentor verhindern und hofften zunächst selbst auf einen Lucky-Punch, einen Glückstreffer. Dazu wurde, und das recht effektiv, sogar Unions Spielmacher Richard Steiner über das gesamte Spielfeld von Justin Blum manngedeckt. Das galt jedenfalls bis zur 35. Minute, da wurde die Bollwerk-Taktik der Finower schließlich doch geknackt. Nach Ecke von Eric Woiton traf Klosterfeldes Kapitän Michael Gerling zum 1:0, gegen dessen platzierten Kopfball der zuvor famos haltende Finower Keeper Enrico Jürgens machtlos war. Und ehe sich die Stahl-Kicker nach dem Rückstand sammeln konnten, hätte Klosterfelde fast für die Vorentscheidung gesorgt, doch Alexander Kraatz (38./41.) zielte einmal knapp drüber und traf anschließend nur den Pfosten. Da hatten die Finower Glück.

Wer nun im Stadionrund geglaubt hat, die Gastgeber könnten nur mauern, der sah sich bald eines besseren belehrt. Denn zu Beginn der zweiten Halbzeit bestimmte der 1. FV Stahl das Spielgeschehen und griff beherzt an, Klosterfelde hingegen kam nur noch selten gefährlich vors Tor. Der eingewechselte Witthum (50.) und Romano Maass (63.) vergaben zunächst gute Gelegenheiten für Finow. Dann die 65. Minute: Maass setzt sich auf dem rechten Flügel durch, flankt, und der Ball findet den Kopf von Steven Menzel, der völlig freistehend aus fünf Metern zum Ausgleich einköpfen kann. Das Stadion tobt.

Im Anschluss überschlugen sich die Ereignisse: Erst ein heftiges Foul am Klosterfelder Rathmann (69.) auf Höhe der Mittellinie, der wenig später, das Knie dick bandagiert, mit Krücken in die Kabine humpelte. Dann erlebte Richard Steiner sein persönliches Waterloo. Zunächst sah Unions Mittelfeldregisseur ausgerechnet dafür Gelb (75.), weil er nach einem Foul an sich vehement eine Karte für den Gegenspieler forderte. Und nur zwei Minuten später ließ er sich an der Außenlinie selbst zu einem unnötigen Einsteigen gegen Torsten Röske hinreißen, den er am Knöchel traf. Schiedsrichter Biernoth zückte postwendend Gelb-Rot. Den fälligen Freistoß übernahm anschließend der gefoulte Röske, Spitzname "Rösi", höchstselbst. Und wie: Aus spitzem Winkel zirkelte er das Geschoss aus 25 Metern an den Querbalken - Riesendusel für Klosterfelde.

Beide Teams hatten in der Folge Chancen, die Partie noch in der regulären Spielzeit zu entscheiden. Doch sie ließen sie ungenutzt. Nicht zuletzt deshalb meinte Sven von Pruschak, der Finower Coach, nach der Partie: "Da war mehr für uns drin, doch Klosterfelde hat eben mehr Erfahrung." Und die spielten die Unioner in der Verlängerung trotz Unterzahl aus. Nach schneller Pass-Staffette im Mittelfeld schlug Wojciech Moskalewicz eine Flanke in den Sechzehner, wo der elf Minuten zuvor eingewechselte Sören Schugk (109.) goldrichtig stand und per Kopf für die Entscheidung sorgte.

Die Klosterfelder, die in der Folge auch noch Cornel Bircea (113.) mit Gelb-Rot verloren, sahen sich in den Schlussminuten wütenden Angriffen der Finower ausgesetzt. Doch die Abwehr hielt stand. Und dann, in Minute 118, blieb die Pfeife des Schiedsrichters stumm.

 

1. FV Stahl Finow: E. Jürgens - Gensch (46. Witthun), C. Jürgens, Freitag, Menzel (73. Heiduk), Maass, Blum, Silinsky (81. Holzmann), Röske, Egbert, Schwalm

 

SG Union Klosterfelde: Tietz - Bircea, Woiton (46. Moskalewicz), Rathmann (69. Kahler), Jäger (98. Schugk), Steiner, Tegge, Marz, Gerling, Kraatz, Jechow

 

 

 Erhard Preuß   

 Bauausführung GmbH 

 

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