Landesklasse Nord:

1.FV Stahl Finow - Union Klosterfelde 

  

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Geschafft!

                        

Finow (MOZ) Der Druck war groß - aber Union Klosterfelde hat ihm standgehalten. Nach dem 1:0-Sieg im Saisonfinale bei Stahl Finow startete der Klub einen echten Partymarathon. Das Freibier floss in Strömen. Und die Verantwortlichen machten klar: Der Stamm des Teams bleibt zusammen.

Bei einigen wird der Schädel mächtig brummen. Auch heute noch, am Montag. "Ich habe mir vorsorglich bis Dienstag freigenommen", hat Michael Gerling, der weitsichtige Kapitän der Klosterfelder, direkt nach dem Finow-Spiel am Sonnabend zugegeben. Übrigens ganz stilecht, mit einem Bier in der Hand.

 

Bier floss auch am Samstagabend bei der Aufstiegsfete im Klosterfelder Stadion reichlich. Im Hintergrund lief auf der Großbildleinwand Deutschlands WM-Spiel gegen Ghana, drumm herum tanzten freudetaumelnde Unioner mit ihren Fans. Die Devise hieß: Party, Party, Party - das musste einfach sein. "Wir hatten eine Menge Druck", gab Christian Gehrke, der Trainer, zu. "Jetzt fällt einiges von uns allen ab - auch von mir."

Spannender, soviel ist klar, hätten die Klosterfelder ihren formidablen Aufstieg nicht gestalten können. 30 Spieltage hat die Saison im Angebot gehabt, und an 24 davon standen die Unioner ganz oben. Dennoch hätten sie, wenn es dumm gelaufen wäre, am 30. Spieltag alles verspielen können. Verfolger SV Zehdenick war in Lauerstellung, zwei Punkte hinter den Unionern.

Doch die Barnimer zeigten in Finow, warum sie ganz oben stehen: Sie haben Qualität und Klasse. Und sie haben Stürmer Tobias Marz, ihren 36-Tore-Mann. Der ist da, wenn man ihn braucht. Vor zwei Wochen hat der 25-Jährige die Unioner schon zum Pokalsieg gegen Grün-Weiss Ahrensfelde geschossen. Diesmal war es erneut Marz, dem in der 33. Minute das entscheidende Tor gegen Finow gelang. Dabei hätten die Klosterfelder gar nicht gewinnen müssen, denn Zehdenick kam zeitgleich beim FSV Schorfheide/Joachimsthal über ein 0:0 nicht hinaus.

111 Treffer haben die Unioner in dieser Saison erzielt (Ligaspitze!), und gegen Finow hätten noch einige mehr dazukommen können. Ihre Torschussbilanz: 25:4. Doch die Gäste gingen mal wieder etwas schludrig mit ihren Chancen um, das kennt man ja. Zudem zeigte Stahl-Keeper Jürgens etliche Glanzparaden. Auch deshalb hätte Finow beinahe noch ausgeglichen, doch Dennis Witthun (55.) und Steven Menzel (84.) zielten jeweils knapp vorbei.

Um Punkt 16.47 Uhr begann am Samstagnachmittag dann der Klosterfelder Partymarathon. Schon kurz vor dem Schlusspfiff hatten die Bankspieler der Unioner die knallblauen "Meister"-T-Shirts übergestreift. Was folgte, war eine riesige Jubelarie. Die erste Sektdusche bekam Meistertrainer Gehrke ab. Es wurde gebrüllt, gedrückt, gefeiert. Wilfried Riemer, der Chef des Barnimer Fußballkreises, überreichte den Meisterpokal. Dem huldigten die Spieler auf ihre ganz spezielle Weise: mit einer Polonaise im Entengang.

Nach ausgiebiger Bierdusche in der Umkleidekabine ging es dann gemeinsam im eigens gecharteten Fan-Bus Richtung Klosterfelde, wo das Meisterteam bereits sehnlich erwartet wurde. Und, glaubt man den Verantwortlichen, wird das Meisterteam zusammenbleiben. "Der Stamm der Mannschaft bleibt", versichert Trainer Gehrke. Und "ein, zwei Leute" werden dazukommen.

Groß ist die Freude schon jetzt auf die Niederbarnim-Derbys gegen den FSV Bernau und Einheit Bernau. Und Gehrke ist sich sicher: "In der Landesklasse mussten wir immer Gas geben und das Spiel machen, das wird sich jetzt ändern, und das kommt uns mit unseren schnellen Konterspielern wie Bluhm, Marz und Jäger auch sicher entgegen."

Bevor bei den Unionern alle Augen auf die Landesliga gerichtet sind, steht aber noch ein letzter Auftritt an: Am Mittwoch, der Supercup in Finow gegen Barnim-Meister SG Lichterfelde/SCC Eberswalde (18.30 Uhr). Gut möglich, dass die Klosterfelder dort noch leicht feiertrunken antreten werden. "Trainieren tun wir vorher nicht", hat Trainer Gehrke noch wissen lassen. Die Brummschädel dürften ihm dafür dankbar sein.

 

Stahl Finow: E. Jürgens - C. Jürgens (73. Heiduk), Freitag, Gensch, Maass, Bluhm, Silinsky (61. Schumacher), Huhnholz, Witthun (66. Fügener), Menzel, Schwalm

 

Union Klosterfelde: Tietz - Bircea, Woiton, Rathmann, Moskalewicz (61. Jäger), Steiner (73. Heinrich), Kahler, Shcherbak, Marz, Gerling (80. Bluhm), Jechow

         

ieg für den verstorbenen Freund

 

 

 Erhard Preuß   

 Bauausführung GmbH 

 

           Sparkasse Barnim 

             

 

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